EO USA und Fuckup Nights veranstalteten eine Online-Session mit 70 Unternehmern. Drei Speaker teilten reale Geschichten über Millionenverluste, weglaufende Partner und Unternehmen, die weit unter Wert verkauft wurden.
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Wie oft hat in deiner Business-Community schon mal jemand – vor versammelter Mannschaft – zugegeben, ein 70-Millionen-Dollar-Unternehmen in den Sand gesetzt zu haben? Oder dass er eine Absichtserklärung (Letter of Intent) über 100 Millionen Dollar in den Händen hielt und den Deal trotzdem nicht abschließen konnte?
Die Entrepreneurs' Organization (EO) USA und Fuckup Nights wollten genau das herausfinden. 70 Unternehmer aus verschiedenen EO-Chaptern in den USA nahmen an einer Online-Session teil. Das Format war simpel: drei Speaker, echte Geschichten, offene Q&A-Runden und zum Schluss ein offenes Mikrofon für alle, die ihre eigenen Erfahrungen teilen wollten.
Ein Unternehmer verbrachte über 15 Jahre damit, Unternehmen in den Bereichen gewerbliche Reinigung, Frachtvermittlung, E-Commerce und Zahnarztbedarf zu finden, zu übernehmen und zu skalieren. Durch gezielte Zukäufe erreichte er innerhalb von drei Jahren einen Umsatz von 70 Millionen Dollar.
Dann verlor er alles.
Er schlüsselte drei konkrete Fehler auf: Er stellte die falschen Leute ein, als er sein Team upgraden wollte; er holte einen Investor ins Boot, der die Kontrolle über das Unternehmen übernehmen wollte; und er setzte auf ein Wachstumsmodell – das Private-Equity-Modell –, das einfach nicht zu seiner Art passte, Entscheidungen zu treffen.
„Ich dachte, der einzige Weg zu wachsen, sei das PE-Modell. Heute weiß ich, dass ich etwas getan habe, das überhaupt nicht zu meiner Persönlichkeit passte.“
Er lieferte keine Erfolgsformel. Er teilte seine Fehler und das, was er daraus gelernt hatte.
Ein weiterer Speaker skalierte ein Unternehmen von 200.000 Dollar auf 70 Millionen Dollar und schaffte einen achtstelligen Exit. Was danach passierte, war die Geschichte, die er mit EO teilte.
Er kam von einer Geschäftsreise zurück – im Gepäck eine Absichtserklärung über 100 Millionen Dollar und dutzende Leads, die nach Produktproben verlangten. Doch seine Tech-Partner waren völlig Burnout-ausgebrannt. Sie kündigten. Er verbrachte sechs Monate damit, das Unternehmen im Alleingang umzustrukturieren. Als er endlich einen Ausweg sah, vernichtete ein Lagerhallenbrand den Großteil des Geldes, das er eigentlich wieder hereinholen wollte.
Seine Kernbotschaft: Der Gründer oder die Gründerin ist die wichtigste strategische Variable in jedem Unternehmen.
„Wenn Gründer einbrechen, bricht das Unternehmen hinterher.“
Die Teilnehmer hielten ihr eigenes Learning im Chat fest: „Wenn ich ein erfülltes Leben will, muss ich die extremen Höhen und die extremen Tiefen akzeptieren.“
Eine der Speakerinnen gründete und skalierte über 15 Jahre hinweg zwei Praxen für mentale Gesundheit. Sie baute ein Team von 35 Mitarbeitern an zwei Standorten auf. Als sie sich aus dem Tagesgeschäft zurückzog, lief das Unternehmen vier Jahre lang erfolgreich weiter.
Das Problem war jedoch, dass sie keine wöchentlichen Kennzahlen (Metrics) etabliert hatte. Als ihre COO (Chief Operating Officer) unerwartet kündigte, deckte deren Nachfolge ein Problem nach dem anderen auf. Am Ende verkaufte sie das Unternehmen für einen Bruchteil dessen, was es eigentlich wert war.
Ihre wichtigsten Erkenntnisse aus der Session:
Jess Owens von der Entrepreneurs' Organization brachte es im Chat auf den Punkt: „Diese Reise hat so viel Mut und Resilienz erfordert.“
EO ist ein Netzwerk von fast 20.000 Unternehmern in mehr als 220 Chaptern und 80 Ländern. Menschen, die echte Unternehmen aufbauen, jeden Tag harte Entscheidungen treffen und selten einen Raum haben, um über das zu sprechen, was nicht nach Plan lief.
Genau diesen Raum schafft Fuckup Nights: Einen Ort, an dem diese Geschichten ehrlich erzählt werden können und an dem das Scheitern zu einer Quelle des Lernens wird – anstatt zu etwas, das man verstecken muss.
Organisationen, die solche Räume schaffen, lernen nicht nur aus den Fehlern anderer. Sie etablieren eine Kultur, in der sich die eigenen Teams sicher genug fühlen, die Hand zu heben, wenn etwas schiefläuft – bevor es zu spät ist.
Bei Fuckup Nights konzipieren wir exklusive Events für Business-Communitys, Teams und Organisationen in mehr als 270 Städten und 70 Ländern. Live vor Ort, online oder hybrid.
Erfahre mehr darüber, wie es funktioniert, unter Fuckup Nights At Work
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Wir sollten unsere Wahrnehmung des Scheiterns ändern und es als Katalysator für Wachstum nutzen.